Wasserversorger stellen Trinkwasserampel auf Gelb

WBV Am Wiehen bittet um rücksichtsvolle Wassernutzung

Bürgerinnen und Bürger in Löhne, Bad Oeynhausen, Hüllhorst und Hille betroffen

LÖHNE/HILLE/HÜLLHORST/BAD OEYNHAUSEN. Der Hochsommer ist in der Region angekommen und sorgt für Hitze, Trockenheit und hohe Wasserverbräuche. Der Wasserbeschaffungsverband Am Wiehen (WBV) stellt daher die Trinkwasserampel ab sofort auf Gelb. Für die Bürger in Löhne, Bad Oeynhausen, Hüllhorst und Hille bedeutet dies, dass sie in den kommenden Tagen sorgsam mit dem Trinkwasser umgehen sollten.

In den vergangenen Tagen wurde aufgrund der Hitzewelle bereits mehrfach die Marke von 17 Millionen verbrauchten Litern Trinkwasser geknackt, am Mittwoch lag der Verbrauch sogar deutlich über 18 Millionen Litern. Das ist mehr, als dem WBV täglich an Wasser aus der Förderung und aus Zulieferungen (rund 16,5 Millionen Liter) zur Verfügung steht. „Unser Wasserversorgungssystem funktioniert zu 95% im Jahr zuverlässig – also immer dann, wenn wir normale Wasserverbräuche haben. Aber aktuell kommen wir dem Rekordverbrauch von 19 Millionen Litern am Tag aus dem Vorjahr wieder sehr nah. Wenn wir den neuen Hochbehälter in Bergkirchen nicht hätten, dann sähe die Situation schon längst ganz anders aus“, sagt Verbandsvorsteher Bernd Poggemöller aus Löhne. „Ohne die 10 Millionen Liter zusätzliche Reserve wären wir schon seit Tagen im kritischen gelben Bereich. Da wir aber keine Wette auf das Wetter abschließen wollen, stellen wir jetzt die Ampel vorsorglich auf Gelb, um die Bürgerinnen und Bürger zu sensibilisieren.“

Laut Wettervorhersagen muss man nämlich davon ausgehen, dass die kommenden Tage weiter trocken und hochsommerlich heiß werden, mit Temperaturen von mehr als 30 Grad. Regen ist erst einmal nicht in Sicht – wenn überhaupt, dann gibt es Sonntagnacht ein Gewitter. „Das bedeutet, dass die Wasserverbräuche weiter steigen und somit auch die Reserven in unseren Hochbehältern deutlich schneller sinken werden, als sie wieder nachgefüllt werden können“, erklärt der stellvertretende Verbandsvorsteher Lars Bökenkröger aus Bad Oeynhausen.

Deshalb bitten die heimischen Wasserversorger die Bürger in Löhne, Bad Oeynhausen, Hüllhorst und Hille darum, in den kommenden Tagen sorgsam mit dem Trinkwasser umzugehen und vor allem darauf zu verzichten, heimische Pools zu befüllen. „Wir wollen keine Verbote aussprechen, aber hier sprechen wir schnell von 7.000 Litern und mehr, die anderen Bürgern nicht zur Verfügung stehen“, sagt Michael Kasche, Bürgermeister in Hüllhorst. Pools sollten lieber in milderen Phasen gefüllt werden, so sind sie an Hitzetagen auch auf Temperatur. Auch bei der Gartenbewässerung sollten Bürger überlegen, ob alle Pflanzen im Garten wirklich gerade Wasser benötigen. „Wir alle erfreuen uns an schönen Gärten. Aber ein gesunder Rasen hält es auch mal ein paar Tage ohne Wasser aus. Daher setzen wir auf die Unterstützung der Bürger“, sagt sein Amtskollege aus Hille, Michael Schweiß.

Mag man den Prognosen der Meteorologen glauben, dann kündigt sich für Anfang kommender Woche wieder eine Entspannung an. Die Vorhersagen sprechen von Gewittern und Regenschauern. Wie stark diese lokal ausfallen, weiß aber niemand. Um in Zukunft besser auf solche Phänomene reagieren zu können, investiert der WBV Am Wiehen weiter in die Versorgungssicherheit. So soll noch in diesem Jahr der Bau eines weiteren Trinkwasserbrunnens beginnen. Dieser soll ab Frühjahr 2022 Wasser fördern.

Über den Trinkwasserverband Am Wiehen

Der WBV Am Wiehen fördert Trinkwasser im Gebiet Hille-Südhemmern und beliefert die örtlichen Trinkwasserversorger in den Kommunen Löhne, Hüllhorst, Bad Oeynhausen und über den WBV des Amtes Hartum auch nach Hille. Die Bürger erhalten ihr Trinkwasser letztlich vom örtlichen Trinkwasserversorger.

Trinkwasser ist keine endliche Ressource wie Kohle, Erdgas, Erdöl. Es unterliegt einem stetigen natürlichen Kreislauf und versickert nach Regenfällen im Boden; so bildet sich Grundwasser, aus dem über Brunnen und Pumpen Trinkwasser gewonnen wird.

Quelle: PM Prünte & Kollegen, 17.06.2021