Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft von Frauengruppen und engagierten Bürgerinnen im Kreis Minden-Lübbecke trafen sich jetzt zum Informationsaustausch mit Gleichstellungsbeauftragten aus dem Kreisgebiet. Eingeladen hatte in diesem Jahr Sabine Denker, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Stemwede. Mehrere interessierte Frauen hatten sich auf den teilweise weiten Weg nach Stemwede aufgemacht, um die Arbeitssituation vor allem im ländlichen Raum kennenzulernen. Neben den Vorständinnen der AG Frauen, Sabine Häderle und Gertraud Strohm-Katzer, waren die Gleichstellungsbeauftragten des Kreises, Janina Blome, sowie Svea Hartl (Bad Oeynhausen), Kerstin Ramm (Espelkamp) und Andrea Kneller (Pr. Oldendorf) vertreten. Die Landfrauen kamen zu viert, darunter Vorstandsfrau Vanessa Fenn. Weitere Interessierte, auch weibliche Gemeinderatsmitglieder von Stemwede, ergänzten die Gruppe.
Schwerpunktthema war die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten in ländlichen Kommunen. Gerade dort ist es oft schwierig, mit kleinen Stundenanteilen und geringen Geldmitteln für die Frauenarbeit größere Aktivitäten zu stemmen. Alle Gleichstellungsbeauftragten sind stark innerhalb ihrer Verwaltungen, zum Beispiel bei Stellenbesetzungen, eingebunden. Da bietet es sich an, Kooperationen mit benachbarten Gleichstellungsbeauftragten einzugehen. Es ist erstaunlich, wie viele spannende Projekte trotz dieser Situation auf die Beine gestellt werden können. Drei Beispiele: In mehreren Kommunen, auch in Minden, wurde das Projekt „Rote Schuhe“ durchgeführt. Dabei werden auf einem öffentlichen Platz rote Schuhe für jede getötete Frau in den letzten Monaten aufgestellt. Es soll damit für das Thema „Femizide“ – also Morde an Frauen wegen ihres Geschlechts – sensibilisiert werden.
Das Projekt „Orangene Bank – hier ist kein Platz für Gewalt an Frauen und Mädchen“ läuft in Espelkamp und Pr. Oldendorf. In Pr. Oldendorf sind sogar schon mehrere orangefarbene Bänke aufgestellt. In Minden ist eine entsprechende Aktion geplant.
Bei einer Taschentuchaktion wurden beim Kreis, im Jobcenter, aber auch in Pr. Oldendorf Päckchen mit Papiertaschentüchern verteilt. Diese hatten einen Aufdruck mit Hilfsangeboten für Frauen und Mädchen. Besonders erfolgreich war die Verteilung über Apotheken und Arztpraxen.
Eine lebhafte und interessierte Diskussion begleitete die Berichte der Gleichstellungsbeauftragten. Die Anwesenden ergänzten sie mit Informationen aus den einzelnen Organisationen. Die Landfrauen wiesen auf die gemeinsame Veranstaltung von Landfrauen, der Netzwerkfrauen (früher Hausfrauen) und der AG Frauen am 2.2.26 in Minden mit Miriam Peters hin. Diese gründete in Schleswig-Holstein die bisher einzige mobile Beratungsstelle Frauen mit Gewalterfahrungen.
Susanne Steuber aus Hille wies auf den großen Nachholbedarf hin, mit Frauen mit Migrationshintergrund ins Gespräch zu kommen. Das Schwerpunktthema der AG Frauen im nächsten Jahr wird „Pflege“ und „Care-Arbeit“ sein. Janina Blome, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises, informiert über ein Fortbildungsprojekt für Interessierte aus Unternehmen. Dabei geht es um Personen, die als erste Anlaufstellen bei Fragen um Pflegesituationen und als Wegweiser für offizielle Beratungsmöglichkeiten fungieren möchten.
Ein großes Dankeschön für die geleistete Arbeit und an Gastgeberin Sabine Denker beendete die Veranstaltung.
Quelle: Sabine Häderle (Stellv. Vorsitzende der AG Frauen) 19.11.2024



