Minden/Hille, [Datum] – Metallwürfel montieren oder Figuren auf Maß biegen: Das sind die bewährten Übungen, mit denen das Technikzentrum Minden‑Lübbecke e. V. seit vielen Jahren Jugendliche in den Schulen Nordrhein‑Westfalens bei der Berufsorientierung unterstützt. An 12 Stationen testen Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 in jeweils 20 Minuten, in welchen beruflichen Bereichen ihre Interessen und Talente liegen. In Kleingruppen absolvieren sie an jeder Station praxisnahe Aufgaben aus unterschiedlichen Berufsfeldern.
Seit Februar 2026 wird dieses erfolgreiche Konzept nun erweitert: Mit Unterstützung des langjährigen Partners WAGO stehen dem Technikzentrum zwei neue Trainingsmodule zur Verfügung, die gezielt für ältere Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 bis 13 entwickelt wurden. Damit wird das Angebot erstmals um ein spezifisches Training für weiterführende Klassenstufen ergänzt.
Zum einen handelt es sich um ein Binärmodul, bei dem bis zu hohen Zahlenkombinationen Rechenaufgaben programmiert und getestet werden können.
Zum anderen ergänzt eine komplexe Verdrahtungsaufgabe das Trainingsangebot: Hier lernen Jugendliche Schaltungen der Elektroinstallation kennen. Mithilfe praktischer Federklemmtechnik können Schalter, Steckdosen und Leuchten angeschlossen und anschließend getestet werden – selbstverständlich mit ungefährlicher Schutzkleinspannung, jedoch an realen Komponenten, wie sie auch ausgebildete Fachkräfte einsetzen.
„Berufsorientierung funktioniert am besten, wenn junge Menschen Technik selbst erleben können. Genau deshalb arbeiten wir seit vielen Jahren so eng und vertrauensvoll mit dem Technikzentrum Minden‑Lübbecke zusammen“, sagt Thomas Heimann, Leiter der Ausbildung bei WAGO. „Mit praxisnahen Trainingsmodulen möchten wir Jugendlichen Lust auf Technik machen und ihnen Perspektiven für ihre berufliche Zukunft eröffnen.“
Das Ziel, Jugendliche mithilfe haptischer und erlebnisorientierter Aufgaben frühzeitig an Berufe heranzuführen, verfolgt das Technikzentrum Minden‑Lübbecke seit über 30 Jahren mit großem Erfolg. Die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler zeigt sich dabei immer wieder deutlich: Viele schätzen besonders den praktischen Ansatz abseits des theoretischen Schulalltags und erkennen dabei eigene Stärken und Interessen – sei es im Handwerk, in der Technik oder in anderen Berufsfeldern.
Die Zusammenarbeit mit WAGO besteht bereits seit rund 15 Jahren. In dieser Zeit wurden gemeinsam zahlreiche Trainingsobjekte entwickelt und eingesetzt, um junge Menschen für technische Zusammenhänge zu sensibilisieren und ihnen realistische Einblicke in die Berufswelt zu ermöglichen. Dass diese Partnerschaft nun ausgerechnet im 75. Jubiläumsjahr von WAGO weiter ausgebaut wird, unterstreicht den gemeinsamen Anspruch, Bildung, Praxisnähe und Nachwuchsförderung langfristig zu stärken.
„Dass wir diese Zusammenarbeit seit mehr als einem Jahrzehnt gemeinsam gestalten und im 75. Jubiläumsjahr von WAGO weiter ausbauen, zeigt, wie wichtig uns nachhaltige Nachwuchsförderung ist“, so Thomas Heimann. Weitere Trainingsobjekte und Exponate sind bereits in Planung und sollen im Laufe des Jubiläumsjahres konzipiert und dem Technikzentrum zur Verfügung gestellt werden. „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist es wichtig, Interesse für Technik früh zu wecken und Berufe erlebbar zu machen“, betont Karin Ressel, Geschäftsführerin Technikzentrum Minden-Lübbecke e. V. „Die neuen Module leisten hierzu einen wichtigen Beitrag – auch, weil sie unabhängig von sprachlichen Vorkenntnissen funktionieren und regelmäßig dazu beitragen, bestehende Klischees, etwa im Hinblick auf Mädchen und Technik, aufzubrechen.
Erstmals kommen die neuen Trainingsmodule auf der Azubi Vibes vom 7. bis 9. Mai 2026 in Minden in Einsatz, bei der über 2.000 Teilnehmende erwartet werden.
Beschreibung der Organisation:
Der Schwerpunkt des Technikzentrums Minden-Lübbecke e. V. liegt in der Vermittlung einer praxisnahen Berufsorientierung. Dafür werden klischeefreie Formate, wie Parcours und Trainingseinheiten sowie Übungsaufgaben und Arbeitsproben für die Berufswelt entwickelt und zur Verfügung gestellt. Sie dienen der genderspezifischen Entdeckung der persönlichen Talente, der Berufsorientierung, der Qualifizierung sowie der Schaffung von Arbeitsplätzen, beispielsweise für Menschen mit Behinderung.
Das vorrangige Ziel ist es, Jugendliche und Erwachsene über Berufe zu informieren, Orientierung bei der Berufswahl zu leisten und ihnen den direkten Kontakt zu Unternehmen zu ermöglichen. Dazu kooperieren wir mit Schulen, Lehrkräften, Unternehmen, Verbänden, Innungen, Industrie, Handel und Handwerk. Das Technikzentrum Minden-Lübbecke e. V. hat seit 1994 mit über 1,5 Millionen Jugendlichen in Schulen praktische Übungen durchgeführt und ist mehrfach ausgezeichnet und zertifiziert worden
Leistungsbilanz des Technikzentrums:
1.500.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
99,5% Zufriedenheit bei Unternehmen
95% der Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen neue Berufe kennen
20.000 unmittelbare Bewerbungen bei den Veranstaltungen
80.000 Bewerbungen in der Folgezeit
Seit 2009 ist Karin Ressel Sozialunternehmerin und führt neben dem Technikzentrum seit 2016 auch die Talentfabrik als Geschäftsführerin: mit 10 angestellten Mitarbeitern und rund 70 Freiberuflichen.
Seit 2011 hat der Verein die ideale räumliche Basis in der Zigarrenfabrik Südhemmern. Auf drei Etagen mit insgesamt 1.500 Quadratmetern befinden sich eine Werkstatt, ein Entwicklungs- und Montageraum, verschiedene Ausstellungsräume, Büros und ein Bistro, um von dort aus die vielen Orte mit den Trainingsmaterialien anzusteuern.
Bei den Angeboten machen sich viele Jugendliche mit den Feinheiten unterschiedlichster Berufsrichtungen vertraut. 1.200 Module decken dabei alle Berufe ab: kaufmännisch, gastronomisch, technisch, medizinisch. Es sind hierzulande 16 Berufsfelder, die sich in 20.000 unterschiedliche Berufe splitten. So groß ist die Qual der Wahl für einen Abiturienten. Für Real- oder Hauptschüler bestehen immerhin noch 1.000 verschiedene Möglichkeiten. Hier kommt die geniale Erfindung von Karin Ressel zum Einsatz: „Auf den besagten 16 Berufsfeldern können sich die Mädchen und Jungen ausprobieren.
Da auch in technischen Berufen Fachkräftemangel herrscht, greift hier der Verein idealerweise ein. MINT-Kenntnisse (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sind dabei besonders wichtig, und es muss einfach das Interesse geweckt werden. Das Spezialgebiet von Karin Ressel und ihrem Team.
Quelle: Pressemitteilung Technikzentrum Minden-Lübbecke e.V., 13.04.2026



