In Hille tritt zurzeit an mehreren Stellen sichtbar Wasser aus. Dabei handelt es sich nicht um einen Rohrbruch, sondern um gezielte Wasserauslässe im Zuge geplanter Arbeiten an der Infrastruktur des Wasserbeschaffungsverbands (WBV) „Am Wiehen“. Das austretende Wasser ist unbehandeltes Rohwasser – also Grundwasser, kein Trinkwasser. Alle betroffenen Anliegerinnen und Anlieger sowie die entsprechenden Behörden wurden informiert. Die Trinkwasserversorgung im Verbandsgebiet ist nicht gefährdet.
Ende vergangener Woche erfolgte eine planmäßige Einbindung einer neuen Rohwasser-Redundanzleitung ins Wasserwerk Südhemmern – ein wichtiger Schritt für mehr Versorgungssicherheit. Dafür musste ein Teil der Brunnenanlagen vorübergehend außer Betrieb genommen werden. Beim Wiederanfahren der Brunnen haben sich im Leitungssystem natürliche Eisen- und Manganablagerungen gelöst und zu einer technischen Störung geführt: Das getrübte Rohwasser lässt sich derzeit nicht im Wasserwerk Südhemmern zu Trinkwasser aufbereiten. Die Eigenförderung des WBV „Am Wiehen“ läuft deshalb aktuell eingeschränkt. Die betroffene Leitung muss aufwändig mit dem Rohwasser der Brunnen gespült werden. Das naturbelassene Grundwasser wird an mehreren Stellen in Hille abgelassen und wird im Boden versickern.
„Die Spülungen der Leitung mit Rohwasser dienen dazu, die Brunnen schnellstmöglich wieder mit voller Leistung ans Netz zu bringen“, erklärt WBV-Verbandsvorsteher Michael Kasche. „Wir gehen hier gründlich vor, um die Trübung vollständig zu beseitigen. Dabei sind wir äußerst dankbar dafür, dass uns unsere Zulieferpartner während dieser Maßnahme erneut verlässlich zur Seite stehen. Zurzeit gehen wir davon aus, dass wir die Arbeiten in wenigen Tagen abschließen können.“
Partner unterstützen die Arbeiten
Die Trinkwasser-Ampel des WBV „Am Wiehen“ steht vorsorglich auf Rot, solange die Eigenförderung eingeschränkt ist. Die Trinkwasserversorgung in Bad Oeynhausen, Hille, Hüllhorst und Löhne ist dennoch nicht gefährdet, dafür sorgt die Unterstützung aller Zulieferpartner. Vor allem der Wasserbeschaffungsverband Kreis Herford-West liefert deutlich mehr Trinkwasser an den WBV „Am Wiehen“. Hinzu kommen Mehrbezüge von den Mindener Stadtwerken, den Stadtwerken Lübbecke, vom WBV Wiehengebirge und den Stadtwerken Espelkamp – auch das Löhner Werk der Refresco Deutschland GmbH stellt Wasser aus den eigenen Brunnen den Löhner Stadtwerken zur Verfügung. Darüber hinaus liefern die Stadtwerke Porta Westfalica und die Stadtwerke Vlotho ebenfalls weiterhin zuverlässig Trinkwasser nach Bad Oeynhausen.
Vor Ort wird das Team des WBV „Am Wiehen“ verbandsübergreifend bei den Arbeiten unterstützt. „Ich danke allen, die hier in Hille mit anpacken – dem Team des WBV ‚Am Wiehen‘ ebenso wie den weiteren Wasserteams unserer Verbandsmitglieder und den begleitenden Ingenieuren“, so Bürgermeister Andreas Waßmann. „Der Dank geht auch an unsere Feuerwehr und den Baubetriebshof, die auf kurzem Wege mitgeholfen haben, sowie an die Anliegerinnen und Anlieger für ihr Verständnis. Das ist gelebte Zusammenarbeit für eine sichere Wasserversorgung.“
Sobald die Maßnahme abgeschlossen ist, wird der WBV „Am Wiehen“ erneut berichten.
Quelle: WBV am Wiehen, 20.10.2026



