Hiller Maislabyrinth

    Foto: privat
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    Wo aus einem Maisfeld ein Abenteuer wird

    Schon nach wenigen Schritten verschlucken die mehr als zwei Meter hohen Maispflanzen ihre Besucher. Links und rechts rascheln die Blätter im Wind, an der nächsten Weggabelung beginnt das Rätselraten: rechts oder links? Wer das Hiller Maislabyrinth betritt, merkt schnell, dass hier nicht nur Orientierung gefragt ist – sondern vor allem die Lust, sich auf ein kleines Abenteuer einzulassen.

    Dass dieses Abenteuer heute mitten in Hille möglich ist, haben Philipp Kaiser, Jaromir Schmoller und Janine Fuchs möglich gemacht. Gemeinsam haben sie aus einem Maisfeld ein Ausflugsziel geschaffen, das inzwischen weit über die Gemeindegrenzen hinaus Besucher anlockt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.

    Denn aus der Luft betrachtet ist das Labyrinth alles andere als zufällig angelegt. Es zeigt die Silhouette einer Windmühle – passend zum Mühlenkreis Minden-Lübbecke.

    Eine Idee, die schon vor der Aussaat begann

    Damit dieses Motiv überhaupt entstehen konnte, entwickelte Jaromir Schmoller bereits vor der Aussaat eine exakte Schablone. Dank seiner beruflichen Erfahrung konnte die Aussaat so geplant werden, dass heute dort Wege verlaufen, wo Besucher durch das Labyrinth spazieren.

    Während Schmoller die technische Planung übernahm, kümmerte sich Janine Fuchs, Mitarbeiterin der Landwirtschaftskammer, um die förderrechtlichen Vorgaben. Denn die Wege, die später von den Besuchern genutzt werden, zählen nicht mehr zur förderfähigen Anbaufläche und müssen bei den Flächenanträgen entsprechend herausgerechnet werden.

    Mit Herzblut statt Pflichtgefühl

    Für Philipp Kaiser steht zudem etwas ganz anderes im Mittelpunkt: die Menschen.

    Wer ihn erlebt, spürt sofort, mit wie viel Herzblut er dieses Projekt begleitet. Von Stress oder Pflichtgefühl ist nichts zu merken. Im Gegenteil. Als wir ihn treffen, montiert er gerade den großen Bauzaunbanner mit den Informationen zum Gewinnspiel und den Verhaltenshinweisen. Doch der Wind macht ihm noch einen Strich durch die Rechnung. Die beiden Standfüße allein reichen nicht aus. Doch statt sich darüber zu ärgern, lächelt er nur: „Da habe ich schon eine Idee. Das mache ich gleich noch fertig.“

    Genau diese unkomplizierte Art zieht sich durch das gesamte Projekt.

    Seit der Eröffnung Mitte Juli haben bereits zahlreiche Besucher das Maislabyrinth erkundet. Viele kommen aus Hille, andere nehmen sogar eine längere Anreise aus den umliegenden Kreisen in Kauf. Dass das Angebot gut angenommen wird, erkennt Philipp Kaiser oft schon an den Autokennzeichen an der Feldstraße. Darüber freut er sich sehr – denn genau dafür hat sich die viele Arbeit gelohnt.

    Rätseln, entdecken und Gutes tun

    Und Arbeit steckt in dem Projekt reichlich. Trotzdem kostet der Eintritt keinen Cent. Stattdessen setzen die Initiatoren auf freiwillige Spenden. Diese können bequem per PayPal oder – wer lieber bar spenden möchte – direkt am nahegelegenen Hof am Ritterbruch 8 abgegeben werden. Der gesamte Erlös soll später einem guten Zweck zugutekommen.

    Wer das Labyrinth betritt, nimmt sich zunächst einen Laufzettel. Dann gilt es, vier versteckte Stationen zu finden und die jeweiligen Fragen zu beantworten. Die Antworten werden mit einer Lochzange markiert und ergeben am Ende ein Lösungswort. Dabei können die Besucher zwischen einer einfachen und einer schweren Variante wählen. „Einfach“ bedeutet allerdings keineswegs automatisch Kinderfragen. Für die schwierigeren Aufgaben sind durchaus gute Ortskenntnisse gefragt.

    Wer möchte, kann das Labyrinth auch ganz ohne Gewinnspiel erkunden. Schon der Spaziergang zwischen den hohen Maispflanzen ist für viele Besucher ein Erlebnis.

    Vom Abenteuer ins Futterlager

    Übrigens: Wer beim Anblick der großen Maiskolben Appetit auf Grillmais bekommt, sollte sie lieber hängen lassen. Auf dem Feld wächst kein Zuckermais, sondern Silomais. Dieser wird nach der Saison ganz normal gehäckselt und als Futter für Rinder verwendet. Das Labyrinth ist also nur eine spannende Zwischenstation, bevor der Mais seiner eigentlichen Bestimmung zugeführt wird.

    Und vielleicht wird’s bald ein bisschen gruselig…

    Geöffnet ist das Maislabyrinth an der Ecke Feldstraße / Mühlenstraße täglich von 9 bis 19 Uhr und soll noch bis in den September hinein Besucher anlocken. Doch Philipp Kaiser denkt schon weiter. Erste Ideen für besondere Aktionen gibt es bereits. Mehr möchte er noch nicht verraten. Nur so viel: Vielleicht wird es irgendwann im Maisfeld noch ein bisschen gruseliger.

    Wer das Hiller Maislabyrinth verlässt, nimmt mehr mit als nur das Lösungswort. Vor allem bleibt das gute Gefühl, dass hier Menschen mit viel Herz etwas geschaffen haben, das anderen einfach Freude bereiten soll.

    Quelle HA, 07/2026