Hille-Südhemmern.- Die Trinkwasserlage im Verbandsgebiet des Wasserbeschaffungsverbands (WBV) „Am Wiehen“ bleibt nach wie vor angespannt. Trotz der ordnungsbehördlichen Verordnung lag der Verbrauch in der vergangenen Woche durchgehend bei mindestens 18,2 Millionen Litern Trinkwasser pro Tag, am Montag, 13. Juli 2026 lag er sogar bei über 18,9 Millionen Litern. Erst am Donnerstag, den 16. Juli ging er auf 17,8 Millionen Liter zurück – einhergehend mit Regenmengen aufgrund durchziehender Gewitter. Damit bleibt der Verbrauch weiterhin über der Zielmarke von 16 bis 17 Millionen Litern am Tag. Die ordnungsbehördliche Verordnung bleibt deshalb vorsorglich bis in die erste Sommerferienwoche bestehen. In dieser Zeit prüft der WBV „Am Wiehen“, ob der erhoffte Rückgang mit den beginnenden Urlaubsfahrten eintritt.
Kommunen und WBV „Am Wiehen“ stimmen die nächsten Schritte ab
Wie sich die Versorgung Schritt für Schritt noch breiter und krisenfester aufstellen lässt, war Thema eines Treffens der Bürgermeister der vier Verbandskommunen Bad Oeynhausen, Hille, Hüllhorst und Löhne mit den technischen Fachleuten in dieser Woche. Die Sitzung knüpfte an die Arbeit der vergangenen Jahre an und brachte weitere Ansatzpunkte zutage. Auf der Agenda stehen nun unter anderem die bereits angekündigten Brunnen-Neubauten des WBV „Am Wiehen“ in Hille, die geplanten Brunnen-Neubauten der Stadtwerke Löhne in Löhne, die Reaktivierung des Brunnen Flachssiek durch die Stadtwerke Bad Oeynhausen sowie die Prüfung weiterer Brunnenstandorte in Bad Oeynhausen: Dazu soll der enge Austausch mit Hydrogeologen die Möglichkeiten klären. Darüber hinaus wird eine weitere Verbundleitung zu benachbarten Versorgern geprüft, erste Gespräche dazu gab es bereits. Und in Bad Oeynhausen und Löhne wird der Einbau digitaler Wasserzähler fortgesetzt – dies kann dazu beitragen, bei den Nutzerinnen und Nutzern die Transparenz über die eigenen Trinkwasserverbräuche zu erhöhen. „Wir haben hier auch weitere Ideen entwickelt, die wir mit Blick auf die kommenden 20 Jahre und den zunehmenden Klimawandel zusätzlich gemeinschaftlich angehen können“, so Michael Kasche, Verbandsvorsteher des WBV „Am Wiehen“. „Diese werden wir nun ebenfalls auf ihre Machbarkeit prüfen.“
Bei den aktuellen Infrastrukturmaßnahmen ist der WBV „Am Wiehen“ am Wasserwerk bereits konkret vorangekommen. Dort wurde soeben das letzte Teilstück der neuen Rohwasser-Redundanzleitung eingezogen, die Maßnahme liegt voll im Zeitplan. Auch weitere Optimierungen wie der Austausch von
Brunnenpumpen und die Sanierung weiterer Filteranlagen werden Schritt für Schritt fortgeführt.
Eine bundesweite Herausforderung
Die großen Aufgaben und der damit einhergehende Investitionsbedarf stellen sich nicht allein dem WBV „Am Wiehen“. Der Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft (BDEW) weist in seiner aktuellen Pressemitteilung darauf hin, dass der Klimawandel generell eine stärkere Anpassung von Verhalten und Infrastruktur erfordere, nötig seien unter anderem weitere Investitionen in die Wasserinfrastruktur, der Ausbau regionaler Verbundsysteme und ein effizienter, nachhaltiger Umgang mit Wasser.
Genau diesen Weg geht der WBV „Am Wiehen“ weiterhin: Die geplanten Brunnen, Kooperationen und Optimierungen zahlen auf eine breite, krisenfestere Versorgung ein. Doch so wichtig diese Projekte sind, sie wirken nicht von heute auf morgen. Planungs-, Genehmigungs- und Bauverfahren brauchen Zeit. Ein neuer Brunnen entsteht über Jahre, nicht über Wochen. Sorgsames Wassersparen bleibt deshalb wichtig.
„Uns ist bewusst, dass wir den Menschen in diesem Sommer viel abverlangen – und dass auch die weitere Trinkwasserlage Geduld und das Mitwirken aller brauchen wird“, sagt Michael Kasche, Verbandsvorsteher des WBV „Am Wiehen“. „Trinkwassersparen wird uns auch künftig begleiten. Und dazu arbeiten wir weiterhin gemeinsam mit unseren Verbandskommunen daran, unsere Eigenförderung und die Beschaffung auszubauen und zu stärken.“
Quelle: WBV am Wiehen, 17.07.2026



